Die Olympischen Sommerspiele 1972

Die DLRG Augsburg und der Eiskanal gehören zusammen. Bereits seit 1967 betreuen die Rettungsschwimmer des Kreisverbandes Kanuveranstaltungen am Eiskanal, damals noch auf der vorolympischen Strecke. Da die Ufer noch nicht ausgebaut und auch ziemlich steil waren, stellte das besondere Herausforderungen an die Retter.

Für die Olymischen Spiele 1972 wurde der Kanal dann umgebaut. Es war nun eine Betonrinne mit Betonsteinen. Die Anforderungen an die Kanuten und auch an die Rettungsschwimmer sind von nun an je nach Wasserstand und Stellung der Abweiser veränderbar.

Bereits Monate vor der offiziellen Eröffnung des Kanals trainierten die Rettungsschwimmer der DLRG auf dem Kanal. Es stellte sich heraus, dass Schwimmflossen im Eiskanal wegen der Strömung kein geeignetes Hilfsmittel waren. Auch bei der Einsatztaktik mussten die Aktiven Umdenken, da die Strömungsgeschwindigkeit im Gegensatz zum alten Kanal wesentlich höher war.

Doch mit der Zeit hatten alle den Dreh raus.

Im August 1972 betreuten die Aktiven dann die Trainingseinheiten und die Wettkämpfe des Kanuslalom-Wettbewerbes. Mit einer Gesamt-Mann- schaftsstärke von 50 Personen, die die Wachstation am Weitmannsee als Basislager nutzten, waren die Schwimmer abwechselnd an der Olympiastrecke im Einsatz.

Auch nach Olympia blieben die Augsburger mit der Wildwasserrettung eng verbunden und betrieben diese auch auf internationalem Niveau.

So fuhren im Juni 1980 die Augsburger Hans Labermeier und Max Zott zu einem Expertenaustausch Wildwasserrettung der WOPR nach Nowy Sacz in Polen.

Durch die Empfehlung von Horst Woppowa von Kanu Schwaben gab es zwischen 1984 und 1987 eine Kooperation mit dem italienischen Veranstaltern der Rennen im Val di Sola auf dem Fiume Noce. Hier mussten sich die Retter mit den Bedingungen eines stark strömenden Wildwassers mit Natursteinen auseinandersetzen und andere Techniken entwickeln. Letztlich wurde für dieses Gewässer dann eine Lösung mit Kanuten als Retter entwickelt, die durch die Augsburger ausgebildet wurden.

In Augsburg selber waren zwei Kanuslalom Weltmeisterschaften 1985 und 2003 absolute Highlights neben einer Vielzahl von Veranstaltungen die wir für Kanuschwaben mit unseren Rettungsschwimmern und Sanitätern abgesichert haben. Die Kooperation besteht natürlich fort, sodass jedes Jahr zahlreiche Veranstaltungen durch den Kreisverband professionell betreut werden. 2014 steht wieder ein Weltcupfinale an.

Exkurs - Geschichte des Augsburger Eiskanals
(Artikelserie von Andrea Bogenreuther in der Augsburger Allgemeinen anlässlich der Bewerbung Augsburgs um die Kanu-WM 2022)

Es ist geschafft!
Zuschlag für Kanuslalom-WM 2022 für Augsburg